Andreas Rüdiger

Aktuell organisiere ich mit Frank Grunert (IZEA) einen wissenschaftlichen Kongress in Halle an der Saale zum Thema Andreas Rüdiger (1673-1731). Philosophie als “Erfahrungswissenschaft“. Tagungszeitraum: 10. – 13. April 2019.

 

Der Philosoph und Mediziner Andreas Rüdiger (1673-1731) gehört zu denjenigen Theoretikern des frühen 18. Jahrhunderts, deren tatsächliche Bedeutung sich nicht in der philosophiehistorischen Diskussion widerspiegelt. Zwar wird er bisweilen als „der eigenständigste und bedeutendste unter Thomasius’ philosophischen Schülern“ geschätzt, doch hat dies bisher nicht zu einer angemessenen wissenschaftlichen Aufarbeitung geführt. Die Schwierigkeit seines überwiegend lateinisch geschriebenen Werkes, das zudem immer wieder überarbeitet und entsprechend verändert wurde, dürfte daran seinen Anteil haben. Auch die bei aller vorgeblichen Wertschätzung von Max Wundt geäußerte Einschätzung, Rüdiger sei in der Auseinandersetzung mit Christian Wolff unterlegen, hat sicher nicht das wissenschaftliche Interesse am philosophischen Werk von Andreas Rüdiger gefördert. Die Tatsache, dass Rüdiger in der letzten Zeit vermehrt in einschlägigen Enzyklopädien und im „Grundriss der Geschichte der Philosophie“ berücksichtigt wurde und wird, zeigt ebenso wie die in der Reihe „Thomasiani“ erscheinenden Nachdrucke von Rüdigers Werken, dass die scientific community bereits ist, ihm vermehrt Aufmerksamkeit entgegen zu bringen. Insofern ist es an der Zeit, im Rahmen einer Tagung sein Gesamtwerk in den Blick zu nehmen und sowohl dessen theoretischen Gehalt als auch dessen theoretische Reichweite auszuloten. Die Tagung umfasst sieben Sektionen:

 

1. Andreas Rüdiger als Begründer der „Leipziger Schule“

2. Empirismus und Wahrscheinlichkeit

3. Andreas Rüdiger als Kritiker der mathematischen Methode in der Philosophie

4. Andreas Rüdigers Theorie der Substanz

5. Andreas Rüdigers praktische Philosophie

6. Das Naturrecht bei Andreas Rüdiger

7. Rüdigers Klugheitslehre